Unsere Zeit läuft

Das Leben ist endlich. Nicht nur im Rahmen eines menschlichen Lebens wird einem dies schnell bewusst. Während wir unsere Jahrzehnte auf diesem Planeten fristen, könnte man unsere Umgebung als gegeben betrachen. Man könnte meinen, sie würde so bleiben wie sie gerade ist. Doch dem ist nicht so: Auch unser kleines Sonnensystem hat eine Frist, die irgendwann ablaufen wird.

In rund 6 Milliarden Jahren wird sich unsere Sonne aufblähen, da der Wasserstoff im Kern verbraucht sein wird. Spätestens zum Start dieses Ereignisses sollten wir unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum besiedelt haben. Wenn wir das nicht schaffen, wird jeder und alles, was die Menschheit je gekannt hat, verschwinden.

Reisen in den interstellaren Raum ist wichtig um den Fortbestand unserer Spezies zu sichern und den Rest des Universums zu untersuchen. Doch bis wir an einen Aufbruch denken können müssen wir noch einige Hürden überwinden.

Die unendliche Leere des Universums

Ginge es nur darum ein Raumschiff für einige Zeit zu bemannen und auf eine Reise zu schicken, wäre dieses Vorhaben vermutlich kein großes Problem. Die Technik entwickelt sich rasant weiter und wird in wenigen Jahrzehnten die Besiedelung von naheliegenden Planeten möglich machen. Doch für weitere Strecken steht uns da etwas im Weg: Die unendlich weite Leere des Weltraums.

Folgendes Video aus der Serie „Cosmos: Space Odyssey“ mit Neil de Grasse Tyson eignet sich hervorragend als Visualisierung der Größe unseres Universums.

Wird die Menschheit je die sogenannte lokale Gruppe oder gar die Milchstraße verlassen können? Wie lange wird dies dauern? Allein für die Durchquerung der Milchstraße benötigt das Licht 105.700 Jahre. Dabei bewegt es sich mit einer Geschwindigkeit von 299 792 458 m/s fort. Viel zu schnell, um es dabei beobachten zu können, wie es sich im Wohnzimmer ausbreitet, wenn man einen Lichtschalter drückt.

Reisen in den interstellaren Raum – Die Menschheit mobil machen

Da wir weder mit Lichtgeschwindigkeit reisen können, noch auch nur einen Bruchteil dessen erreichen, wird es schwierig sich im Weltall fortzubewegen. Schnelligkeit wird hier wohl nicht unser Freund werden. Doch wie man so schön sagt, liegt in der Ruhe die Kraft. Vielleicht muss die Menschheit sich nicht mit einem Affenzahn durch die Leere fortbewegen. Ein gründliches Vorgehen Schritt für Schritt könnte uns auch Voran bringen.

Die Rede ist von Raumfahrt Missionen, bei denen Schiffe von riesigen Ausmaßen bewohnbar gemacht und so auf eine lange Reise geschickt werden. Riesige Ökosysteme die sich selbst erhalten und so der Zeit trotzen können.

Bernal Sphäre - Reisen in den interstellaren Raum
Die „Bernal-Sphäre“ Von Rick Guidice – NASA Ames Research Centerhttp://settlement.arc.nasa.gov/70sArtHiRes/70sArt/art.html, Gemeinfrei, Link

Mit solchen Kolonieschiffen wäre es vermutlich möglich, das komplette Universum oder zumindest verschiedene, entfernte Orte davon, zu erkunden. Wie lange das jedoch im einzelnen dauert, geschweige denn der Anzahl an Generationen die dafür nötig wären, scheint unfassbar.

Mehr zu den Herausfoderungen an Reisen in den interstellaren Raum können Sie hier nachlesen.